Das traditionelle Molkenhaus – über 300 Jahre alt

Hier finden Sie die Kurzfassung unserer langen Geschichte. Möchten Sie die ausführliche Version lesen, stellen wir Ihnen dafür eine PDF Datei zur Verfügung.

1665:
Amtmann Johann Heinrich von Uslar lässt das erste Molkenhaus errichten. Es dient als Nachtlager für die Hirten, deren Kühe auf den umliegenden Weiden stehen.

1822:
Der Molkenplatz war inzwischen so morastig, dass der Standort als Weideplatz aufgegeben wurde und das 2. Molkenhaus am Hasselbach entstand.

1883:
Erschließung der Region für Wanderer durch die Eröffnung der ersten deutschen Staatsbahn von Braunschweig nach Bad Harzburg. Das Molkenhaus wird zum Wirtshaus auf dem Wege zum Brocken. 1883 übernimmt der Landwirt Otto Reuß das Anwesen. Eine Herde reinrassiger brauner Harzkühe steht jetzt auf dem Weideland. Die Wanderer werden mit dicker Milch mit Zucker und Zimt, dazu trockenes Brot bewirtet.

1890/91:
Bau eines neuen Stalls für die Kühe. Heu für den Winter wurde auf den umliegenden Wiesen von Schuljungen aus Harzburg und Bündheim geschnitten. Das EInbringen des letzten Fuders vor dem Winter wurde mit einem Fest gefeiert.

1890/91:
Otto Reuß war nicht nur Landwirt sondern auch Gastwirt voller Initiative. Er baute das Haus zur bekanntesten Hotelpension im Harz aus, trieb den Wintersport voran, begann mit der Wildfütterung … Seine 4 Kinder Ella, Erna, Paul, Otto und Walter wuchsen unbeschwert im Wald auf.

1920:
Otto Reuß übergibt das Molkenhaus nach 30-jähriger Bewirtschaftung an seinen Sohn Paul – damit endet eine Epoche. Paul bewirtschaftet das Haus mit seiner Frau, der Hotelbetrieb wächst. Zwei Söhne werden geboren, Helmut und Otto und damit sollte die Nachfolge gesichert sein. Der Krieg störte den Lauf der Dinge – Otto sollte den Betrieb übernehmen, kam jedoch aus dem Krieg nicht zurück, Helmut startete eine Forstkarriere und der inzwischen gealterte Vater zog sich 1952 ins Privatleben zurück.

1952:
Joachim Wellbrock, Sohn der Schwester von Otto Reuß, übernimmt die Bewirtschaftung des Hauses.

1973:
Die Ausstattung des Hauses entsprach nach vielen Jahren der Nutzung nicht mehr den Ansprüchen der Gäste. So verließ die Familie Wellbrock das Molkenhaus und auf Anordnung der Forstverwaltung wird das Anwesen am 15.12.1973 niedergebrannt.

1976/77-2006:
Auf Wunsch von Manfred Kaetz entsteht nördlich des Hasselteiches die Wanderstation Molkenhaus, eröffnet am 24.5.1977 und bis 2006 von den Familien Kaetz und Leube geführt.

2007:
Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wird das Molkenhaus von den neuen Betreibern Frau Menz und Herrn Said übernommen. Bis heute ist das Gasthaus ein beliebtes Ausflugsziel und die Wildfütterung über die Landesgrenzen berühmt.